Gestartet: Nautische Archäologie an der Uni Marburg

Ein deutsch-arabisches Forscherteam bei der Dokumentation einer frühislamischen Wrackfundstelle. Foto: Michaela Reinfeld

Taucharchäologen aus Marburg und Saudi-Arabien im Roten Meer.
Foto: Michaela Reinfeld

Mit dem diesjährigen Sommersemester erweitert der Fachbereich Klassische Archäologie an der Marburger Philips-Universität sein Lehrangebot um das Thema Schiffs- und Meeresarchäologie. International renommierte Fachleute wurden für den viersemestrigen Gastlehrstuhl gewonnen.

Wie die Universität mitteilt, eröffnet Prof. Dr. Boris Rankov von der University of London den Reigen mit Veranstaltungen zu antiken Schiffshäusern und Hafenanlagen im Mittelmeerraum sowie zur Rekonstruktion antiker Kriegsschiffe. Rankov war u. a. an dem seetüchtigen Nachbau der athenischen Triere „Olympias“ beteiligt. Zudem hat er praktische Rudererfahrungen: so führte 1978 bis 1983 sechsmal hintereinander in den berühmten Ruderduellen das Team von Oxford zum Sieg gegen Cambridge.

Im Wintersemester wird dann Dr. Harun Özdas von der türkischen Dokuz-Eylül-Universität Izmir erwartet. Er ist stellvertretender Direktor des Instituts für Meereswissenschaften und -technologie der Universität Izmir und Vizepräsident des Komittees zum Schutz des Unterwasser-Weltkulturerbes der Türkei.

Ihm folgen Dr. Jeffrey Royal von der archäologischen Forschungsorganisation RPM Nautical Foundation im US-Bundesstaat Texas sowie Prof. Dr. Sebastiano Tusa, der in Italien oberster Denkmalschützer für die Unterwasserdenkmäler an der sizilianischen Küste ist.

Der in Deutschland einzigartige Gastlehrstuhl Nautische Archäologie wird nach Angaben der Universität vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) bis 2016 mit einem Zuschuss in Höhe von zunächst 135.000 Euro  unterstützt.

Für den Spätsommer 2014 wird zudem eine Tauchkampagne im Roten Meer geplant, so Fachbereichsleiter Prof. Dr. Winfried Held. Sie erfolgt in Zusammenarbeit mit der Saudi Commission for Tourism and Antiquities (SCTA).

Als ehemaliger (Nebenfach-)Student an dem Marburger Fachbereich freue ich mich über dieses Themenangebot, das bisher in der deutschen Universitätslehre ein echtes Desiderat war. Kooperationen gibt es ja schon länger, wie z. B. zwischen der Uni Marburg und der DEGUWA (Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie). Und die zahlreiche Tauchgänge in Nord- und Ostsee und verschiedenen deutschen Gewässern belegen, das dies auch ein Thema für die vor- und frühgeschichtliche Universitätsausbildung ist. Nur weiter so…

Links:
Nautische Archäologie an der Uni Marburg
Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie e.V.
Bayerische Gesellschaft für Unterwasserarchäologie e. V.

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